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Hervorragende Qualität, Zuverlässigkeit, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, Service, Innovationen und eine globale Präsenz: Das erwartet Schaeffler von seinen Lieferanten. Die zehn Besten wurden mit dem Schaeffler Lieferantenpreis für ihre Leistungen im Jahr 2015 ausgezeichnet.

Die Ortrander Eisenhütte ist eine der modernsten Gießereien
für maschinengeformten Eisenguss in Europa.

Vereinsalltag vorgestellt.

 
 
Automotiv-Industrie
In der Ortrander Eisenhütte wird seit über 120 Jahren Eisenguss in Form vonGrauguss hergestellt. In den letzten 5 Jahren hat sich die Giesserei Ortrander Eisenhütte dem modernen Trend zu Spähroguss angeschlossen und gelernt diesen Eisenguss herzustellen. Spähroguss ist der bevorzugte Guss der Automotiv-Industrie. Für die Automotiv-Industrie sind die Produkte rotationssymetrische Teile, Anpressplatten, Zentralplatten, Zweimasseschwungräder, Doppelkupplungsplatten, Deckel, Achsschenkel, Ausgleichsgewichte und Halter für die Giesserei Ortrander Eisenhütte wichtig. Technisch kann die Giesserei hierbei die Qualitäten Sphäroguss oder Gusseisen mit Kugelgraphit, auch duktiles Gusseisen oder GJS oder GGG genannt für die Automotiv-Industrie mit ihren modernstenProduktionsanlagen herstellen. Die zweite technische Produktgruppe ist Vermiculargraphit-Guss oder GJV.Bei den rotationssymetrische Teilen, Anpressplatten, Zentralplatten, Zweimasseschwungrädern, Doppelkupplungsplatten, Deckeln, Achsschenkeln, Ausgleichsgewichten und Haltern spielt für die Automotiv-Industrie physikalisch-chemisch die Zugabe von geringen Mengen Magnesium kurz vor dem Abgießen, eine wichtige Rolle Der kugelige Zustand des Spährogusses wird dadurch herbeigeführt. Die Zugbelastung und die anderen, mechanischen Eigenschaften des Spähroguss sind deutlich besser, als die des normalen Grauguss. Bei dem Giesserei-Werkstoff GJV liegt der Graphit weder in Lamellenform noch in Kugelform vor, sondern als Vermikel, den sogenannten Würmchen vor. Die mechanischen Eigenschaften dieses Werkstoffes liegen zwischen dem Gusseisen mit Lamellengraphit, Grauguss, und denen des Gusseisens mit Kugelgraphit, Spähroguss. Damit ist er ein sehr wichtiger zukunftsweisender Werkstoff bei rotationssymetrischen Teilen, Anpressplatten, Zentralplatten, Zweimasseschwungrädern, Doppelkupplungsplatten, Deckeln, Achsschenkeln, Ausgleichsgewichten und Haltern der Automotiv-Industrie. Für die Automotiv-Industrie ist ein genau definierter Prozessablauf mit Qualitätssicherung entscheidend. Die Giesserei stellt das sicher; dieses beinhaltet KVP-Prozesses, 8D-Reports und statistische Prozessbegleitung.

Eine neuere Werkstoffentwicklung ist der Vermiculargraphit-Guss (Bezeichnung GJV nach aktueller europäischer ISO-Norm 16112, früher GGV). Bei ihm liegt der Graphit weder in Lamellenform noch als Kugelform vor, sondern als Vermikeln = > „Würmchen“. Die mechanischen Eigenschaften dieses Werkstoffes liegen zwischen dem Gusseisen mit Lamellengraphit und denen des Gusseisens mit Kugelgraphit. Seine Herstellung ist jedoch schwieriger und erfordert eine in engen Toleranzen geführte Schmelzbehandlung.

Durch die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten in Verarbeitung und Formgebung sind mit diesem Werkstoff fast alle Konstruktionsideen umsetzbar. Durch diese hervorragenden Grundeigenschaften ist der Grauguss aus der Welt der industriellen Maschinenherstellung nicht mehr wegzudenken oder zu ersetzen.
Gusseisen mit Lamellengraphit Grauguss ist gemäß DIN EN 1561 genormt und umfasst die große Anzahl von Gusslegierungen, bei der die Graphitphase in Lamellenform in der metallischen Grundmasse eingebettet ist. Die Graphitausbildung als Lamellen bestimmt die charakteristischen Eigenschaften dieser Werkstoffgruppe wie Festigkeit, Bearbeitbarkeit, Verschleißwiderstand, Dämpfungsvermögen und Wärmeleitfähigkeit.

Chemisch besteht Gusseisen Grauguss aus den Hauptelementen Eisen (Fe) und den normalen Eisenbegleitern Kohlenstoff (C), Silizium (Si), Mangan (Mn), Phosphor (P) und Schwefel (S).
Technisch bzw. metallographisch ist Gusseisen eine Mischung aus Graphit (Lamellengraphit, Kugelgraphit, Vermiculargraphit oder Temperkohle) und Grundgefüge (Ferrit, Perlit, Phosphideutektikum). Die Werkstoffeigenschaften der verschiedenen Gusseisensorten werden bestimmt durch Graphitform, -anordnung und –menge sowie Art (Ferrit, Perlit, Ferrit/Perlit), Verteilung und Korngröße des Grundgefüges. Grundsätzlich kann – mit entsprechenden Vorbehalten und Einschränkungen – definiert werden:

Der Grafit bestimmt in Form, Größe, Verteilung und Menge vorwiegend die Festigkeit des Werkstoffs (Zugfestigkeit). Das Grundgefüge bestimmt in Art, Verteilung, Menge und Feinkörnigkeit vorwiegend die Härte des Werkstoffs (Zerspanbarkeit). Aufgabe des Gießers ist es, durch die Metallurgie (Schmelz-, Behandlungs-, Impf- und Gießtechnik) die Ausbildung von Graphit und Grundgefüge in der erforderlichen Art und Weise zu beeinflussen.

Dafür stehen folgende Mittel und Wege zur Verfügung:

Die in der Gusseisenmetallurgie bevorzugte Graphitform ist bei Gusseisen mit Lamellengraphit (GJL) die Anordnung A. Neben der Graphitform spielt die Graphitgröße für die Werkstoffeigenschaften eine entscheidende Rolle.

Gefügebilder erhält man dadurch, dass die zu beurteilende Oberfläche eines Probestücks geschliffen, poliert und geätzt wird. Die unterschiedlichen Lichtbrechungen lassen bei entsprechenden Vergrößerungen unter dem Mikroskop Ferrit und Eisenkarbid hell, Graphitlamellen und –kugeln dagegen dunkler erscheinen.

Ferrit ist fast reines Eisen ohne Kohlenstoffeinlagerungen, weich, gutverformbar (Bruchdehnung bei 30 %) mit geringer Festigkeit und Härte. Eisencarbid, metallographisch als Zementit bezeichnet, ist eine Verbindung zwischen Eisen und 6,67 % Kohlenstoff. Zementit (Fe3C) ist hart, spröde, mit hoher Festigkeit, aber nicht dehnbar. Perlit ist ein Gemisch aus Ferrit und Zementit.

Wird, wie in der Praxis der AGQ-Gießereien, die chemische Zusammensetzung des Gusswerkstoffs auf die maßgebende Wanddicke des Gussstücks eingestellt und die Graphitausbildung durch eine auf den Keimzustand abgestellte, gezielte Impfbehandlung modifiziert, dann liegt in allen Wanddickenbereichen die gleiche Graphitausbildung in gleicher Grundmasse vor. Festigkeit und Härtewerte zeigen trotz unterschiedlicher Wanddicken keine wesentlichen Unterschiede. Der so behandelte Gusswerkstoff ist durch weitgehende Wanddickenunempfindlichkeit gekennzeichnet, was sich im Gussstück durch Spannungs- und Verzugsfreiheit zeigt. Dieser Zusammenhang erklärt, warum Gussstücke aus AGQ-Werkstoffen nur in seltensten Fällen eine Wärmebehandlung erfordern.


 
 

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