Bei der Privatisierung haben die Familien Brunner und Rosai den Zuschlag von der Berliner Treuhand bekommen. Anfang Oktober 1991 gibt es dazu in Berlin die letzten Absprachen. Aber erst am 1. April 1992 ist das zweijährige schwierige Verhandlungspoker beendet, und so können zu gleichen Anteilen die Familien Brunner und Rosasi die Ortrander Eisenhütte GmbH als gemeinsames Tochterwerk übernehmen.
Die beiden niederbayrischen geschäftsführenden Firmengesellschafter Ulrich Brunner und Alfred Rosai müssen für das "Filetstück" der ehemaligen DDR-Schwerindustrie, das noch kurz vor der Wende mit rund 2.400.000 Mark auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden war, eine siebenstellige Summe auf den Tisch legen, und mit der Übernahme zusätzlich ein Minus im Geschäftsergebnis von 900.000 Mark ausgleichen. Vom Anbeginn der Übernahme steht fest, daß die Ortrander GmbH zu einer schlagkräftigen Eisenhütte mit neuen Ofenentwicklungen und als Gießereizulieferer für gesamtdeutsche und europäische Parterbetriebe ausgebaut wird. Die angedachte Ortrander Monopolstellung liegt im relativ zentralen Standort und in seiner zukünftigen Produktionspalette begründet. Auf der Grundlage des Antrages auf Wirtschaftsförderung vom 14. April, erfolgen 1993 bauliche Modernisierungen an den Anlagen und Ausrüstungen der Eisenhütte. Auch ihr Umfeld bekommt ein freundlicheres Gesicht.